Welcher Beruf passt

Blog & Video Traumberuf-Kompass Starte hier Login

Umgang mit Krisen, Angst und Schmerz

Umgang mit Krisen, Angst und Schmerz

 

Manchmal sieht man vor Angst oder Schmerz nichts anderes mehr. Kennst du das?

Man hat das Gefühl, das Gefühl ist überall. Es gibt nichts anderes mehr. Alles was man sieht, sieht man durch die Brille dieses Gefühls. Man fühlt sich hilflos, machtlos und jeder gute Rat prallt im besten Fall von einem ab, oder macht einen wütend - weil man nicht anders kann. Weil dieses Gefühl ja wirklich da ist.

Ein Film, den ich vor ein paar Tagen gesehen habe, hat mich inspiriert, diese Folge heute zu drehen. Der Film heißt „Die Hütte - Ein Wochenende mit Gott“

Es geht dabei um einen Mann, der damit zu kämpfen hat, dass seine Tochter entführt und ermordet wurde. Er versinkt im Schmerz. Von seiner Familie (Frau und zwei weitere Kinder) bekommt er nichts mehr mit und entfernt sich immer weiter. Eines Tages bekommt er dann sehr geheimnisvoll eine Einladung, zur Hütte zu kommen und ein Wochenende mit Papa (der Spitzname für Gott in der Familie) zu verbringen.

Was er an diesem Wochenende erlebt auf dieser Hütte ist das, über das ich heute mit dir sprechen will.

 

 

Was tun in der Krise?

Was tun, wenn die Krise allumfassend zu sein scheint?

Was tun, wenn der Schmerz so groß ist, dass man nichts anderes mehr sieht?

Was tun, wenn einen die Angst packt und so fest im Griff hat, dass wir Panik bekommen?

 

Ängste kennen wir wohl alle, habe ich Recht?
Selbst wenn du noch keinen schlimmen Verlust erlebt hast, kennst du wahrscheinlich die Beklemmung, die eine Angst mit sich bringt. Ob es Angst bzgl. der Gesundheit, der Finanzen, oder anderen Dingen ist.

Also ich hatte in meinem Leben mit beidem schon zu kämpfen: Mit Verlusten und mit Ängsten, die so allumfassend waren, dass ich Panikattacken bekommen hab. Ich weiß also, wenn diese Gefühle da sind, sind sie wirklich da. Auch wenn andere um dich herum dir sagen, dass alles gut ist oder wird - sie sind da. Und genau darum geht es. Sie sind da - was also tun?

Ich habe dir drei Schritte mitgebracht, mit denen du ab heute damit umgehen kannst und diesen Gefühlen nicht mehr hilflos ausgeliefert bist.

 

Erster Schritt: Freunde dich damit an

Jetzt denkst du dir wahrscheinlich: Was?!? Ich will mich nicht damit anfreunden, warum sagt sie das?

Wenn du mich schon länger kennst, dann kennst du diesen Satz von mir:

Es ist, wie es ist.

Das bedeutet, das Gefühl ist im Moment da - ob es dir gefällt oder nicht.
Wenn du es weghaben möchtest oder dich dagegen wehrst und es anders haben willst, ist es, als würdest du mit der Realität streiten.
Und diesen Kampf wirst du immer, jedes einzelne Mal, verlieren.

Es macht also Sinn, dieses Gefühl näher zu betrachten. Dich ein wenig damit anfreunden.

Stell dir vor, es würde neben dir auf der Couch sitzen und du könntest es etwas besser kennenlernen. Wie würde sich das anfühlen? Was würde passieren, wenn du neugierig sein könntest, freundlich bleiben könntest, und das Gefühl einfach da sein dürfte?

Hast du schon einmal einen Ball unter Wasser gehalten? Kannst du dich erinnern, wie sich das anfühlt? Der Ball will unbedingt aus dem Wasser - es entsteht ein ziemlicher Druck.

So ist es auch, wenn du versuchst, die Gefühle wegzudrücken. Der Druck wird steigen.

Du fühlst also nicht nur die Angst oder den Schmerz, sondern auch den Druck, gegen die Angst zu kämpfen, dich zu wehren. Dass das in Summe zu viel ist, brauche ich jetzt nicht mehr zu sagen.

 

Zweiter Schritt: Verstehen, was das Gefühl entstehen lässt

Nachdem es jetzt möglich ist, dass das Gefühl da sein darf, gilt es jetzt, zu verstehen, was es entstehen lässt.

Emotionen entstehen immer aufgrund von Gedanken, die du hast. Wir haben ja unzählige Gedanken pro Tag, die meisten davon unbewusst. Und diese Gedanken entstehen, weil wir etwas interpretieren, uns eine Geschichte erzählen, was etwas bedeuten könnte, etc.

Diese Interpretationen und Gedankengänge passieren uns. Mir, dir, uns allen. Das ist völlig normal. Was allerdings wichtig ist, zu wissen, ist, dass deine Gedanken deine Emotionen entweder besser oder schlechter machen. Das bedeutet, je nachdem, wie du über etwas denkst, wirst du dich danach gut oder auch schlecht fühlen.

Mach dir also bewusst, was du denkst. Schau genauer hin, was es ist, das zu deinen Emotionen führt.

Jetzt wirst du dir denken: Ja, aber Katja, du hast gesagt, dass die meisten Gedanken unbewusst passieren. Wie soll ich diese denn analysieren?

Selbst wenn du den Gedanken nicht kennst oder die Geschichte nicht greifen kannst, kannst du dir sagen - oh ja, ich fühle mich so, weil mein Gehirn mir gerade etwas erzählt, es sind Gedanken, die diese Gefühle verursachen. Das bedeutet, du machst dir die Ursache bewusst und kommst so wieder in die Handlungsfähigkeit. Und wie meistens im Leben: wenn wir die Ursache kennen, also den Auslöser, werden wir ruhiger. Es macht es aushaltbar.

Um das zu verdeutlichen, gebe ich dir ein Beispiel aus meinem Leben. Ich habe oft das Problem, dass ich viel zu wenig trinke. Wenn das passiert, werde ich nervös, die Nerven liegen blank, ich fühle mich unwohl, werde zittrig.

Früher hat die dazu geführt, dass ich Angst bekommen habe. Was passiert mit mir? Versagt jetzt mein Kreislauf? Kippe ich gleich um? Oh Gott, ich bin allein mit den Kindern, das darf jetzt nicht passieren. Was soll ich tun?

All diese Fragen waren aber nicht hilfreich, sondern haben mich immer unruhiger werden lassen. Wenn man hier nicht aufpasst, kann dies ohne weiteres zu Panikattacken führen.

Mit dem Wissen, dass ich viel zu wenig getrunken habe, bereits über mehrere Tage, wurde das Gefühl nicht mehr so schlimm. Es war akzeptabel und ich konnte es aushalten und, was noch wichtiger ist, etwas dagegen tun. In diesem Fall ist die Lösung leicht: etwas trinken.

Es beruhigt ungemein, wenn man weiß, woher etwas kommt.

 

Dritter Schritt: Beobachte dich gut

Du wirst jetzt vermutlich deine Gedanken verändern wollen. Du wirst dich fragen: Wie kann ich meine Gedanken verändern? Doch ich möchte hier ein wenig auf die Bremse treten. Denn es geht nicht darum, die Ursache zu kennen und sich dann gleich abzulenken und an etwas anderes zu denken. Denn dann würde es nicht lange dauern, und du wärst wieder in der gleichen Situation.

Vergiss nicht, was ich vorhin erwähnt habe: Das, was du denkst, ist ja für dich nicht nur eine erfundene Geschichte. Dein Gehirn ist irrsinnig kraftvoll und gut - für dich sind das Fakten und die Wahrheit.

Deswegen ist es wichtig, jetzt ein wenig zu verlangsamen. Leider ist es nicht, wie bei meinem Wasser-Beispiel, dass du einfach ein Schluck Wasser trinkst und weg ist es. Das wäre schön. Aber in den meisten Fällen braucht es etwas mehr Zeit. Es braucht Zeit, dich selbst zu beobachten und genau hinzuschauen:

Was für eine Geschichte erzähle ich mir denn?

Was passiert mit mir, wenn ich das denke?

Was fühle ich?

Was möchte ich am liebsten tun?

Was fehlt mir?

Sei neugierig und schau in Ruhe hin, denn durch die ersten beiden Schritte ist es jetzt ok für dich, dich ein wenig zu beobachten.

Was verändert sich dadurch, dass du genauer beobachtest?

Was mir jetzt wichtig ist, zu erwähnen: Es ist auch ok, das alles nicht zu wollen oder zu tun.

Es ist ok, flüchten zu wollen oder es gleich jetzt anders haben und fühlen zu wollen.

Sei dir dessen nur bewusst und sag dir: Oh, ich bin noch nicht bereit, es zu fühlen und es genauer zu beobachten - ich möchte jetzt am liebsten gleich weg.

Das ist in Ordnung. Nicht immer ist es möglich, dass wir genauer hinschauen. Manchmal wollen wir nicht, manchmal fehlt uns die Kraft, manchmal sind wir bockig. All das ist in Ordnung.

Hab ein wenig Mitgefühl mit dir selbst, so wie du es für eine gute Freundin auch hättest.

Da würdest du vielleicht etwas sagen, wie: Ah, ok, so geht es dir gerade. Das verstehe ich. Ok. Du würdest sie vielleicht in den Arm nehmen, ihr einen Tee anbieten (oder einen Wein ;-) ) und bei ihr bleiben, bis es ihr wieder besser geht. Gönn dir das selbst auch.

 

Worte zum Schluss

Wenn du diese drei Schritte befolgst: Anfreunden, verstehen, beobachten, wirst du merken, dass du nicht mehr ohnmächtig und ausgeliefert bist. Du wirst nicht hinweggetragen davon und versinkst darin. Sondern du kannst jetzt bei dir und in deiner Kraft bleiben.

 

Alles Liebe,

Katja

Close

Hey, brauchst du Hilfe, den Beruf zu finden, der wirklich zu dir passt?

Ich unterstütze dich gerne. Melde dich für meine wöchentlichen Tipps zum Thema Berufsfindung an. Zur Begrüßung bekommst du gratis die Traumjob-Checkliste -
4 Voraussetzungen, ein Ziel: Dein Traumberuf. 

An welche Adresse darf ich die Traumjob-Checkliste schicken?

(Die Abmeldung von diesen E-mails sind jederzeit durch einen Klick am Ende der E-Mail möglich.)